personalistas.de

Frau sein mit allen Façetten

Kasia bezeichnet sich selbst als Mama-Mentorin, Erziehungsrebellin und Beziehungskulturaktivistin. Im Interview verrät sie mir ihre ganz persönlichen Beweggründe und ihre Vision vom Muttersein. Mich hat sie damit mitten ins Herz getroffen – genau diese Wunschvorstellung hat meinen Weg zur Persönlichkeitsentwicklung begründet und mich letztlich dazu bewegt, die Personalistas ins Leben zu rufen. Aber lies selbst:

Die Personalistas: Was ist deine Mission?

Kasia: Meine Mission ist es bewusst, selbstbestimmt und friedlich zu leben, damit ich andere Mamas inspirieren kann, das gleiche zu tun!

Die Personalistas: Was war der Auslöser, deinen Wünschen und Interessen zu folgen? 

Kasia: Als ich klein war, habe ich mein Umfeld ganz genau beobachtet. Meine Mama hat alles für die Familie getan: Sie hat für uns aus dem tiefsten Herzen gesorgt. Ich sehe sie vor meinem inneren Auge, wie schick und strahlend sie sonntags Gäste empfängt und mit Köstlichkeiten bewirtet. Und in anderen Erinnerungen nehme ich wahr, wie unglücklich sie wirkt, weil sie „nur“ Hausfrau ist, weil sie ihrem Traum, Ärztin zu werden, keine Chance gibt.  Vermutlich hat mich diese Erfahrung dazu bewegt, immer meinen Träumen zu folgen. 

Die Personalistas: Warum ist „nur Mama sein“ nicht genug für dich? 

Kasia: Ich habe ein Bild von mir als Mutter: Ich bin empathisch, liebevoll und aufmerksam. Ich höre meiner Tochter zu und schaffe für sie Bedingungen, die sie braucht, um zu einem selbstbewussten, glücklichen und ausgeglichenen Menschen heranzuwachsen. Und ich kann sie nichts lehren, was ich selbst nicht kann.

Deshalb überprüfe ich regelmäßig und frage mich: In welchem Bereich bin ich gerade unzufrieden? Was fehlt mir und wie kann ich das mit kleinen Anpassungen wieder in mein Leben holen? Wir sind viel mehr als nur Mütter. Wir sind Frauen, Partnerinnen, Töchter, Freundinnen, Frauen im Beruf, etc. Werden diese Rollen gelebt und bekommen ausreichend Raum, fühlen wir uns automatisch ausgeglichener und glücklicher. Wir haben es selber in der Hand. 

Die Personalistas: Wie haben sich deine Prioritäten verändert, seit du Mutter bist?  

Kasia: Spätestens wenn wir Mütter werden, merken wir, dass Zeit unsere wichtigste Ressource ist. Und so war das auch bei mir. Es war natürlich ein Lernprozess, meinen Alltag so zu gestalten, dass ich mich abends zufrieden und dankbar statt erschöpft und frustriert ins Bett lege. Ich glaube daran, dass unsere Kinder dann glücklich sind, wenn es uns Mamas gut geht. Deshalb gehören die ersten 30 – 60 Minuten meines Morgens mir und dafür stehe ich vor meiner Tochter auf. Ich mache mein Morgenritual in dem ich etwas für meinen Körper, Geist und Seele tue und erst dann beginne ich das Frühstück zuzubereiten. Mein Morgenritual ist mir heilig und ich merke jedes Mal, wenn es ausfällt, wie essentiell es ist für meine mentale Gesundheit. Prioritäten zu setzen fällt mir leichter seitdem ich ganz klar meine Werte definiert habe. Und im Alltag nutze ich immer wieder die Frage: Was ist gerade wesentlich? Und entscheide aus dem Bauch heraus. Wir sollten das alle viel öfter tun und uns vom Bauchgefühl leiten lassen!

Die Personalistas: Wie hat sich deine Sichtweise auf die Themen verändert, die dir am Herzen liegen?

Kasia: Ich arbeite jetzt seit Ende 2016 als Mama-Mentorin und habe in meinen Coachings und Kursen mehr als 100 Mamas und Kinder begleitet. Ich sehe oft Mütter, die alles perfekt machen wollen und dabei kläglich scheitern. Warum? Weil da ein festes Fundament fehlt und zwar, das Bewusstsein darüber, dass sie ihre eigenen Standards festlegen und selbst bestimmen, wie SIE als Mama sein möchten. Weißt Du es? Z. B.: Was bedeutet es für dich, eine gute Mama zu sein? Wie konkret sieht das aus? Wie verhältst Du dich da? Wie berührst Du dein Kind? Wie redest Du mit ihm?  Mir liegt es am Herzen, mehr glückliche Mütter mit zufriedenen Kindern zu sehen. Und jetzt weiß ich, dass jede Veränderung mit und in uns beginnt. Eltern sein braucht die Bereitschaft, zu reflektieren, zu lernen und Fehler zugeben zu können. 

Die Personalistas: Wie unterstützt dich dein Partner auf deinem Weg? 

Kasia: Um Mama-Mentorin zu werden, habe ich mich vor etwa 5 Jahren auf den Weg gemacht. Ich besuchte viele Ausbildungen, Trainings und Seminare und mein Ex-Partner hat mich dabei unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar! Das sah unterschiedlich aus: Mal sind wir zu dritt zu einem Seminar gefahren und er passte auf Ha. auf. Mal blieb er mit Ha. übers Wochenende zuhause. Und immer wieder passte er seine Arbeitszeiten an. 

Die Personalistas: Wie hat sich die Partnerschaft verändert, seit du deine Pläne umsetzt? 

Kasia: Ich kann nur sagen, dass es die Dynamik und die Partnerschaft an sich verändert, wenn sich einer und vor allem die Frau, weiterentwickelt und ihr Leben selbstbestimmt gestaltet. Es braucht Flexibilität, Offenheit und einen ehrlichen Austausch. Und ich meine einen Austausch auf Herzensebene, wo es darum geht, Gefühle statt Fakten auszutauschen. Setzt euch regelmäßig hin, sprecht über alles, was euch bewegt. Erzählt von euren Wünschen und Bedürfnissen. Findet Lösungen und neue Wege. Das bereichert die Beziehung und macht euch stark als Paar!

Die Personalistas: Was sagt dein Umfeld zu deiner Entscheidung?

Kasia: Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, wie wichtig es ist, dass ich Menschen um mich herum habe, die mich lieben, schätzen und sich mit mir freuen, wenn ich Neues wage. Wir wollen uns alle zugehörig und angenommen fühlen, deshalb sind die „richtigen“ Freunde essentiell wichtig. Ich lege Wert auf ihre Sichtweise und Meinung und nehme die Kritik an, weil ich vertrauen kann, dass mir das Feedback hilft statt mich auszubremsen. 

Die Personalistas: Wie gehst du damit um, nie genügend Zeit für DEIN Projekt zu haben? 

Kasia: Ich weiß, dass ich vorher gesagt habe, Zeit sei unsere wichtigste Ressource. Und gleichzeitig glaube ich, Zeit ist eine Illusion. Wenn ich 10 Mal seltener unterm Tag Social Media „checke“, habe ich plötzlich „mehr Zeit“. Wenn ich mir eine ordentliche To-Do Liste erstelle und konzentriert arbeite, habe ich plötzlich „mehr Zeit“.  Ich gehe wirklich achtsam um mit meinen Ressourcen, achte auf meine Bedürfnisse und schaffe Raum für sie. Ein richtiger Game-Changer war für mich Kate Northrup und ihre Arbeit kennen zu lernen. Sie sagt, Männer haben einen 24-Stunden Zyklus und Frauen einen ca. 28-Tage Zyklus, in dem wir vier Mondphasen und vier Jahreszeiten durchlaufen. Deshalb tracke ich meinen Zyklus und passe so meine Arbeit und Projekte an die Bedürfnisse meines Körpers und meiner Seele an. Wie sieht das konkret aus? Wenn ich meine Tage habe, ziehe ich mich etwas zurück und nutze die Zeit, um nach innen zu gehen, Ideen zu sammeln, zur Ruhe zu kommen. Und dann starte ich gestärkt und erholt in die nächste Phase. Ich bin ein großer Fan vom bewussten und achtsamen Leben. 

Die Personalistas: Wie organisierst du deinen Alltag?

Kasia: Sonntagabends schreibe ich meine To-Do Liste und entscheide welche drei Dinge ich am Montag erledigt haben will. Ich stehe vor meiner Tochter auf und beginnen den Tag mit meiner wohltuenden Morgenroutine. Nachdem Ha. im Kindergarten ist, setze ich mich an meinen Schreibtisch und beginne zu arbeiten. Mein Handy ist bis 8:00 aus oder auf Flugmodus. Alle kreativen Aufgaben erledige ich als erstes. Zwischen 09:00 und 12:00 gebe ich Cochingsessions, danach beantworte ich Mails und poste auf Social Media. Natürlich bin ich manchmal flexibel oder ich flunkere aber grundsätzlich versuche ich, mich an diese Struktur zu halten. Wenn ich so arbeite, schaffe ich in kurzer Zeit wirklich viel mehr und mit Leichtigkeit. Die große Herausforderung ist immer wieder, das Handy aus der Hand zu legen und fokussiert zu arbeiten. Deshalb nutze ich ganz oft die App Forest. Ich klicke auf „Pflanze“ und habe dann 25 Minuten, um fokussiert zu arbeiten. Auf dem Display erscheinen kurze Affirmationen, die mich daran unterstützen, dran zu bleiben und wenn ich will, kann ich dem Waldgeräusch lauschen. Mache ich aber in der Zeit etwas anderes am Handy, „stirbt“ der Baum. Das will ich natürlich nicht! Die Zeit nach dem Kindergarten gehört meiner Tochter. Wir unternehmen etwas alleine, mit Freunden oder sind einfach gemütlich zu Hause und in der Natur. Bei allen Planungen versuche ich Struktur und Flexibilität gleichermaßen mit einzubeziehen. 

Die Personalistas: Welche Rolle spielt Anerkennung für dich? 

Kasia: Ich mag Anerkennung! Ich freue mich über jedes positive Feedback, jede Umarmung und jedes „Danke, dass es dich gibt“! Und ich arbeite jeden Tag daran, mir selbst diese Anerkennung zu schenken, damit ich von Innen gefüllt bin und alles was von außen kommt, einfach nur eine Kirsche auf der Torte ist.

Ich weiß immer besser wer ich bin, was ich will und ich mag mich sehr! Das ist unglaublich hilfreich in Zeiten, wenn ich statt Anerkennung Kritik bekomme.

Oder wenn es mal turbulent wird in meinem Leben. Da kann ich auf etwas unermesslich Starkes zugreifen, das mir von innen Halt gibt: Auf die Selbstliebe.

Die Personalistas: Wie sehen deine Auszeiten aus? 

Kasia: Manchmal schließe ich für 2-5 Minuten die Augen, atme bewusst und spüre was bei mir gerade so los ist. Das reicht, um mich wieder zu erden und Kraft zu schöpfen. Dinge, wie Massagen, zum 5-Rhythmen-Tanz zu gehen, Kino oder Treffen mit Freunden plane ich im Voraus, damit sie wirklich stattfinden.

Die Personalistas: Was ist dein ultimativer Alltagstipp an all die frischgebackenen Mamas da draußen? 

Kasia: Die Zeit, die Du gerade mit deinem Kind hast, ist unfassbar kostbar und in dieser Qualität und Intensität wirklich nur jetzt möglich. Wir denken oft, wir müssen etwas Besonderes mit unseren Kindern machen und unternehmen, damit unsere Bindung stark ist und die Kinder gedeihen. Doch wie wäre es, wenn es unseren Kleinen wirklich ausreicht, wenn Mama bei den alltäglichen Dingen, wie Anziehen, Wickeln, Füttern freudiger, langsamer und achtsamer ist? 

Anstatt „schnell, schnell“ zu machen, entschleunige ein wenig und werde dir dessen bewusst, dass dein Kind sich selbst und auch dich durch und eure innigen Begegnungen seinen Körper kennenlernt. Sind deine Bewegungen und Berührungen langsam oder hastig? Sanft oder grob? Bist du geistig anwesend und kündigst deinem Kind an, was gleich passiert, oder bist Du gedanklich woanders und deshalb dein Kind etwas wie ein Objekt in deinen Händen? Ich verspreche dir: Wenn Du diese sanfte, beziehungsvolle Pflege sieben Tage am Stück ausprobierst, wirst Du ganz viele positive Veränderungen feststellen!

Wenn du mehr über Kasia und ihre wunderbare Arbeit erfahren möchtest, freut sie sich jederzeit über Besuch auf ihrer Website, oder ihren Social Media Kanälen Instagram, Facebook oder YouTube.

Liebe Kasia, danke, dass du uns an

deiner Vision teilhaben lässt!

Post A Comment