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Neue Reihe: Mamas mit Mission

Im Hause Personalistas gibt’s Neuigkeiten! Seit dem 18. März sind wir nun zu fünft und wir hätten uns wohl kaum eine intensivere Zeit aussuchen können, um das neue Familienmitglied in unserer Mitte willkommen zu heißen. Seither geht es bei uns bunt, unordentlich, launisch und chaotisch zu. Aber wir lieben es und würden niemals tauschen wollen.

Damit auch dir im Shutdown und heimischen Familientrubel nicht irgendwann die Decke auf den Kopf fällt, startet heute offiziell meine Reihe „Mamas mit Mission“, um dich regelmäßig mit Wow-Inspiration und Ansporn für deinen neuen Alltag zu versorgen, der hoffentlich auch irgendwann wieder möglich sein wird.

Bevor ich dir die erste Mama mit Mission vorstelle, lass mich kurz erklären, was MICH bei der ganzen Sache antreibt:

Die Personalistas Community

Mit den Personalistas möchte ich für diejenigen Mamas einen Wohlfühlort schaffen, die sich mehr positives Miteinander, persönliche Erfüllung und ein wenig geistigen Anspruch im ansonsten kindbestimmten Alltag wünschen. Die Personalistas Community steht dabei für umsetzbaren Input, Inspiration und Impulse unter Gleichgesinnten.   

Für viele Frauen ist es eine enorme Umstellung, Mutter zu werden und sich in dieser neuen Rolle einzufinden. Im Grunde ist es ganz normal, dass der gelebte Alltag oftmals Stress, wenig Schlaf und noch weniger Zeit für sich selbst und die eigenen Interessen bedeutet. Trotzdem macht diese Veränderung viele Mamas erstmal unzufrieden. Gleichzeitig sind sie aber ratlos, wie sie ihren Alltag und auch ihre Denkmuster hin zum Positiven verändern können. Mir ging es selbst ebenso, bis ich Mamas getroffen habe, die mich mit ihrer Lebensfreude und ihrer Haltung dem Leben gegenüber regelrecht ansteckten.

Für Mamas, die mehr wollen

Meine Vision ist deswegen, dass sich auch eingespannte und stark geforderte Mamas in gut portionierten „Häppchen“ aktiv um ihr psychisches Wohlbefinden kümmern und sich persönlich weiterentwickeln können. Bei den Personalistas finden sich junge Mamas auf der Suche nach „mehr“ und inspirieren sich untereinander, anstatt sich gegenseitig in eine Abwärtsspirale aus Frust und geistiger Langeweile zu ziehen. Davon profitieren längerfristig nicht nur die Mütter selbst sondern auch deren Kinder und Familien.

Inspiriert von „Mamas mit Mission“

Mit der Reihe „Mamas mit Mission“ möchte ich dieser Community und deiner Inspiration ein Gesicht geben. Oder besser gesagt viele Gesichter! Ich habe auf meiner Reise inzwischen schon so viele Mamas kennengelernt, die ihr Leben auf einzigartige und bewundernswerte Weise gestaltet haben. Diese Geschichten möchte ich einfach zu gerne mit dir teilen. Daher hast du in den nächsten Wochen Gelegenheit, diese Frauen besser kennenzulernen und dich inspirieren zu lassen, dein Leben selbst ein wenig umzukrempeln! Ich wünsche mir von Herzen, dass dich diese Beispiele ebenso beflügeln wie mich und wünsche dir viel Spaß und Begeisterung bei der Entdeckung dessen, was alles möglich ist.

Es erwarten dich also einzigartige Lifestories, die ich in den letzten Wochen und Monaten per Interview gesammelt habe. Einige davon werde ich dir hier im Blog vorstellen, einige auf meinem Instagram Account. Es bleibt spannend!

Die erste Mama, die ich dir vorstellen möchte, hat eine brandaktuelle Mission: Cordula ist Interior Designerin für Kinderzimmer und sorgt dafür, dass die Juniors sich in ihrem Zuhause wohl fühlen. Also gerade jetzt in Zeiten von Ausgangssperren für Eltern und Kind überlebenswichtig!

Cordula von Happy Kids Interior

Die Personalistas: Was ist deine Mission?

Cordula: Ich helfe Eltern schöne, individuelle und kindgerechte Kinderzimmer zu gestalten, die auch die Herausforderungen der nächsten Jahre meistern.

Dabei ist es egal ob das Zimmer um- oder komplett neugestaltet werden soll. Oder ob die Eltern nur die Lösung für ein konkretes Problem benötigen.

Kleine Kinder nehmen Räume als Gefühle und Emotionen wahr und noch nicht als Raum.

Daher ist es wichtig, ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit zu schaffen. Ältere Kinder brauchen einen Ort, der ihnen gehört, der ihr persönliches Reich ist. Die Wirkung eines Kinderzimmers ist also nicht zu unterschätzen. Wobei es nicht darum geht, ein perfektes Katalogzimmer zu gestalten, sondern einen Raum, in dem sich das Kind wohl fühlt.

Ich unterstütze Eltern bei dieser Aufgabe. Denn eins habe ich aus eigener Erfahrung und den Gesprächen mit Kunden gelernt – das ist nicht immer so einfach. Meine Vorgehensweise habe ich bereits vielfach erprobt und sie funktioniert. Zudem kenne ich den riesigen Markt sehr gut – die verschiedenen Shops, die unterschiedlichen Marken und habe natürlich auch den einen oder anderen Geheimtipp.

Die Personalistas: Was war der Auslöser, deinen Wünschen und Interessen zu folgen?

Cordula: In meiner zweiten Elternzeit kam verschiedenes zusammen. Ich wusste, dass ich etwas für meinen Kopf brauche und nicht nur den ganzen Tag über Windeln nachdenken möchte. Deshalb habe ich mich – zunächst aus reinem Interesse – entschlossen, einen Abschluss im Bereich Innenarchitektur/Raumgestaltung zu machen. Das war schon immer mein Herzensthema.

Der zweite Punkt war, dass wir umgezogen sind und ich viel positives Feedback von Freunden und Bekannten auf die Kinderzimmer bekam. Da habe ich gemerkt: hier gibt es Interesse.

Und dann kam die Nachricht, dass das Unternehmen, für das ich bisher gearbeitet hatte, geschlossen wird. Ich bekam mit wie meine Kolleginnen – gut ausgebildete Frauen, intelligent und mit hoher Arbeitsqualität – unglaubliche Probleme hatten, einen neuen Job zu finden. Weil sie Mütter waren und nur in Teilzeit arbeiten wollten oder konnten.

In dieser Zeit schlich sich die Idee in meinen Kopf, mich selbstständig zu machen und Kinderzimmer einzurichten. Diese Aussicht hat mich so begeistert, dass ich irgendwann wusste: Das ist mein neuer Weg.

Die Personalistas: Warum ist „nur“ Mama sein nicht genug für dich?

Cordula: Ich habe während meiner ersten Elternzeit einfach gemerkt, dass mir das nicht reicht. Ich habe früher im Bereich Marketing, Projekt- und Produktmanagement gearbeitet. Da gab es immer ein Ergebnis, das ich anschauen und worüber ich mich freuen konnte. Ein Resultat, das es ohne meine Arbeit nicht gegeben hätte. Wenn ich hingegen zu Hause aufräume, sieht es nach einem Tag wieder genauso aus wie vorher. Sobald die Wäsche gewaschen ist, wird sie wieder dreckig. Man ist einfach nie fertig. Das gibt mir keine Befriedigung.

Ich kann die Zeit mit meinen Kindern viel besser genießen, wenn ich vormittags gearbeitet habe. Das ist eine andere Welt mit anderen Themen und erwachsenen Gesprächen. Klar, manchmal ist mein Kopf noch bei einem Projekt oder es klingelt auch mal das Telefon. Aber ich bin zufrieden mit mir und dem Tag und das merken auch meine Kinder.

Die Personalistas: Wie haben sich deine Prioritäten verändert, seit du Mutter bist?

Cordula: Mit Kindern hat man natürlich viel weniger Zeit für eigene Themen als früher. Ich habe gelernt, nicht mehr einfach zu allem ja zu sagen sondern stärker auszuwählen wofür ich mir Zeit nehme.

Für Menschen und Themen, die mir wirklich wichtig sind, habe ich immer Zeit. Für anderes nicht mehr.

Das war ein Lernprozess, aber heute tut es für das Schulfest auch ein gekaufter Kuchen (manchmal trotzdem noch mit schlechtem Gewissen :-)).

Die Personalistas: Wie sieht das Lebensmodell eurer Familie (zurzeit) aus?

Cordula: Morgens übernimmt mein Man die Kinder. Er bringt unsere kleine Tochter in die Kita und sorgt dafür, dass unser Sohn rechtzeitig das Haus verlässt, um zur Schule zu gehen.
Ich hole die Kinder nachmittags ab und kann dann meinen freien Nachmittag mit ihnen genießen.

An zwei Abenden pro Woche hat mein Mann „open end“ – da macht er Sport oder arbeitet einfach auch mal länger. Dafür holt er die Kinder an einem Nachmittag ab, so dass ich den gesamten Tag für mein Business habe. An den anderen beiden Tagen teilen wir uns das zu Bett bringen und das Wochenende gehört (meistens) der Familie.

Mit diesem Modell fühlen wir uns beide sehr wohl. Das mussten wir aber erst einmal für uns entwickeln. Wir haben viel gesprochen und überlegt wie wir unsere Woche so gestalten können, dass wir beide genug Zeit für unser Business und die Kinder haben.

Die Personalistas: In welchen Situationen wurde euer Modell besonders auf die Probe gestellt?

Cordula: Auf die Probe gestellt wird dieses Modell natürlich immer, wenn die Kinder krank sind oder die Kita unerwartet geschlossen ist. Unser Sohn ist sieben und damit schon ziemlich unkompliziert. Ist er zu Hause, ist Arbeiten nebenbei trotzdem möglich. Bei unserer 2-jährigen Tochter ist das schon schwieriger. Da wir keine Familie in der Nähe haben, versuchen wir uns solche Situationen zu teilen oder unsere Leih-Oma einzuspannen.

Die Personalistas: Wie unterstützt dich dein Partner auf deinem Weg?

Cordula: Ich kann mir keine bessere Unterstützung vorstellen. Mein Mann ist Geschäftsführer einer Softwarefirma, die er vor einigen Jahren gegründet hat. Er kennt also all die Herausforderungen einer Selbstständigkeit und ist damit mein erster Ansprechpartner für all die kleinen und größeren bürokratischen Fragen, Strategiegespräche und Ideen.

Die Personalistas: Musst du dich für deine Entscheidung rechtfertigen?

Cordula: Ich komme aus einer Unternehmerfamilie. Mein Vater hatte vor seinem Ruhestand eine eigene Firma in der auch meine Mutter gearbeitet hat. Und mein Mann ist wie schon erwähnt selbst Firmengründer. Von daher war ich in meiner Zeit als Angestellte wohl eher die „Außenseiterin“ in der Familie 🙂

Aber im Ernst – rechtfertigen musste ich mich glücklicherweise nicht. Wahrscheinlich noch am allermeisten vor mir selbst, denn ich kann ziemlich selbstkritisch sein und hinterfrage Dinge gerne.

Dass sich jedoch so viele Frauen und Mütter rechtfertigen müssen, macht mit traurig und wütend. Eine vermeintliche „Festanstellung“ ist doch heutzutage auch nicht unbedingt sicher – das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Und in Teilzeit zu arbeiten, wird uns Müttern leider auch oft nicht leicht gemacht.

Wir sind intelligente und gut ausgebildete Frauen – warum sollten wir kein gut durchdachtes Business aufbauen können?

Die Personalistas: Was sagt dein Umfeld zu deiner Entscheidung?

Cordula: Die meisten, denen ich davon berichte, finden es ganz toll und spannend. Oft höre ich dann Sätze wie „ach, ich würde auch so gerne…“. Aber die Sicherheit eines festen Jobs mit festem Gehalt ziehen viele dann doch vor. Und das kann ich durchaus verstehen.

Die Personalistas: Wie gehst du damit um, nie genügend Zeit für DEIN Projekt zu haben?

Cordula: Ich kann gar nicht sagen, dass ich NIE genügend Zeit für mein Projekt habe. Natürlich gibt es Phasen wo lauter Termine anstehen, die Kinder krank sind und der Mann auf Geschäftsreise. In diesen Situationen bin ich ziemlich unzufrieden und gestresst. Dann versuche ich mir allerdings auch klar zu machen, dass mir die selbst gewählte Selbstständigkeit ja genau das erlaubt: flexibel auf solche Situationen zu reagieren. Das ist nach wie vor ein Lernprozess für mich. Und es klappt nicht immer.

Die Personalistas: Wie organisierst du deinen Alltag?

Cordula: Wenn ich viel zu tun habe oder einfach Lust (was tatsächlich oft der Fall ist), dann setze ich mich auch abends, wenn die Kinder schlafen, noch mal an den Rechner.
Was oft hinten runter fällt, ist die Hausarbeit. Denn obwohl ich von zu Hause arbeite, ignoriere ich diese während meiner Arbeitszeit komplett. Allerdings fällt mir das auch nicht schwer, da ich Hausarbeit nicht ausstehen kann. Das Nötigste mache ich nachmittags und den Rest teilen mein Mann und ich uns am Wochenende halbwegs auf.
Klar hätte ich gerne ein Haus, das auch für unangekündigten Besuch immer schön aufgeräumt ist. Ich schaffe es aber einfach nicht. Und das macht mich auch manchmal unzufrieden.

Die Nachmittage und Abende gehören weitgehend meinen Kindern. Wobei wir feste Termine stark reduziert haben, das war einfach zu stressig. Heute lassen wir viele Tage einfach auf uns zu kommen. Diese Ungeplantheit musste ich aber auch erst lernen.

Die Personalistas: Bist du seit der Umsetzung deiner Leidenschaft glücklicher?

Cordula: Ja, weil ich tue was ich liebe und ich die Ergebnisse direkt sehe. Meine Website, jeder Text und jedes Konzept – das alles habe ich geschaffen und ohne mich würde es das alles nicht geben. Darauf bin ich ziemlich stolz. Ich liebe es, über meine Leidenschaft zu sprechen, über die Projekte an denen ich gerade arbeite, über Kunden, die ich glücklich gemacht habe. Jeden Sonntag freue ich mich darauf, am Montag wieder zu arbeiten.

Aber natürlich habe ich auch Zweifel. Manchmal weiß ich nicht welcher nächste Schritt der richtige ist und zugegeben gibt einem ein festes Gehalt jeden Monat schon ein gutes Gefühl der Sicherheit. Und es gibt auch Frust, wenn etwas nicht so funktioniert wie gedacht.
Nein, die Tage sind nicht alle rosarot. Aber ja, das Glücksgefühl überwiegt.

Die Personalistas: Was ist dein ultimativer Alltagstipp an all die frischgebackenen Mamas da draußen?

Cordula: Ui, gar nicht so einfach – wir sind ja alle verschieden.
Genießt die Zeit, Kinder sind so cool. Aber verliert euch auf dem Weg auch nicht selbst. Macht nicht alles allein, lasst die Papas ran – die können das auch total gut, vielleicht machen sie Dinge nur anders als ihr.
Überlegt gemeinsam, wie ihr euer Leben mit Kind strukturieren möchtet. Egal ob klassisches Rollenmodell, beide Vollzeit oder irgendetwas dazwischen – trefft die Entscheidung bewusst und gemeinsam. Sonst ist irgendwann einer von euch unzufrieden.

Cordula und alles über Happy Kids Interior findest du hier.

Tausend Dank für den spannenden Einblick, liebe Cordula!



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