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Warum du für mehr Zufriedenheit zuerst deine Glaubenssätze verändern musst

Warum gibt es Mamas, die bei gleicher Auslastung mit Kind, Haushalt und Job fröhlich und positiv sind und solche, die immer überfordert und gereizt wirken? Ich würde dir jetzt gerne sagen, dass es ein superpraktisches Wundermittelchen gibt, mit dem man mal eben über den ganzen Stress „drüber wischt“ und alles blitzeblank und easypeasy wird. Obwohl mich Fragen nach derlei Tipps immer wieder erreichen, ist die Antwort nicht ganz so einfach (aber trotzdem machbar, wenn man sich darauf einlässt!).

Natürlich gibt es viele Tipps und extrem hilfreiche Strategien, wie man seinen Alltag gestalten und optimieren kann, aber ich bin überzeugt davon, dass das alleine keine nachhaltige Zufriedenheit für dich hervorrufen wird. Mein Credo: es geht NUR durch eine Veränderung deiner Glaubenssätze. Alles andere ist nice to have, aber wird am Ende des Tages nicht ausreichen. In diesem Artikel zeige ich dir, welche 5 Schritte dir zu dieser entscheidenden Veränderung verhelfen:

1. Sich seine bestehenden Glaubenssätze bewusst machen

Wenn ich meiner Mutter am 01.01. alles Gute und ein glückliches Jahr wünsche, höre ich jedes Jahr wieder diesen einen Satz: „also das vergangene Jahr war irgendwie nicht so dolle für uns.“ Irgendwann habe ich sie einmal darauf aufmerksam gemacht. Den meisten Menschen ist überhaupt nicht bewusst, wie sehr sie sich selbst konditionieren, indem sie negativen Gedanken die Bühne überlassen. Es gibt selbstverständlich Schicksalsschläge und sind wir ehrlich: Shit happens, na klar! Aber willst du denn wirklich, dass DAS das Fazit deines Lebens sein wird? Oder fokussierst du dich nicht lieber auf all die Dinge, die gut sind in deinem Leben?

Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei, in diese Falle zu treten. Ein schönes Beispiel ist in meinem Fall die klassische Antwort auf das „wie war dein Tag?“ meines Mannes. Ein „sowas von geil“ hört er ehrlicherweise selten. Warum eigentlich?

Trigger negativer Glaubenssätze finden

Denk mal darüber nach. Was sind deine typischen Trigger-Sätze? Folgende kleine Aufgaben können dir dabei helfen, deine negativen Glaubenssätze zu entlarven:

  • Führe ein Journal, in dem du abends Bilanz ziehst und dich selbst einmal ganz ehrlich hinterfragst: wie ist das Fazit des Tages auf einer Skala von 1 bis 10? Wie bewertest du deinen Alltag?
  • Versuche vor allem dir Situationen ins Gedächtnis zu rufen, in denen du genervt warst, oder so etwas gedacht hast wie: „na toll, warum passiert das jetzt ausgerechnet mir?“. Wie bist du damit umgegangen? Wie schnell hast du dich von dieser Haltung wieder lösen können?
  • Überlege, wie du heute auf die Frage „wie geht es dir?“ geantwortet hast oder wie du üblicherweise antwortest. Wenn du ausführlicher antwortest, was dominiert in deinen Erzählungen? Positive Erlebnisse oder die Widrigkeiten des Alltags wie Kinderkrankheiten und Co.?
  • Es kann auch sehr aufschlussreich sein, dir nahestehende Menschen einmal zu fragen, wie du auf sie wirkst und wie positiv oder negativ du kommunizierst. Aber Vorsicht, die Antwort könnte dir nicht gefallen!

In jedem Fall ist das Bewusstsein über die eigene Haltung und der entsprechende Aha-Effekt der erste grundlegende Schritt für ein positives Mindset. Ohne diesen Schritt geht es nicht weiter. Es muss einmal „Klick“ gemacht haben, bevor du dich aufmachst, etwas zu ändern.

2. Reflektion über das eigene Mindset

Nach dem Klick kommt die eigentliche Arbeit. Jetzt heißt es auf den Zahn fühlen. Jeder Mensch hat eine individuelle „Happiness Baseline“, ein Status Quo auf den er sich immer wieder einpendelt – und das unabhängig von äußerlichen Faktoren! Es macht also keinen Unterschied für dein Mindset, ob du, überzogen formuliert, im Lotto gewinnst oder im Gefängnis landest. Deine Zufriedenheit wird letztlich dieselbe sein, entscheidend sind nur deine Gedankenmuster und Glaubenssätze. Ein positives Mindset ist also eine Frage der Balance zwischen positiven und negativen Gedanken im Verlauf eines jeden beliebigen Tages. Um genauer herauszufinden, wie dein „Spielstand“ der Gedanken und daraus resultierenden Gefühle ist, empfehle ich dir den Mood-Tracker von B. Fredrickson und mein Freebie dazu, das du mit der Eintragung in meinen Newsletter als Dankeschön erhältst.

Hast du dein Mindset eine Zeitlang auf diese Weise getrackt, wirst du selbst sehen, wo deine persönliche Baseline gerade liegt. Und noch viel wichtiger: anhand der Ausschläge nach oben oder unten kannst du erkennen, welche triggernden Glaubenssätze es in deinem Alltag sind, die dich in die positive oder negative Richtung anstoßen.

3. Abstand nehmen von negativen Glaubenssätzen

Nun hast du ein gutes Gefühl dafür, wo du selbst gerade stehst und wo dein Mindset noch „optimierungsfähig“ ist. Im nächsten Schritt lernst du, dich von negativen Gedanken zu distanzieren. Dabei geht es erstmal nicht darum, diese Denkmuster komplett abzulegen. Sondern es geht darum, seinen Feind zu (er-)kennen und dein gesamtes Mindset immer wieder von außen zu betrachten. Mit Abstand, ohne Emotionen oder automatische gedankliche Reaktionen.

Das ABCDE-Modell

In diesem Prozess hilft dir das Wissen, dass du selbst deine Gedanken und die zugehörigen Gefühle steuerst. Das ABC-Modell nach Albert Ellis zeigt folgende Schritte in der Entstehung von Gefühlen auf:

  • Es tritt ein Ereignis ein, du wirst mit einem äußeren Reiz konfrontiert (A für activating experiences)
  • Dieser Reiz ist an sich immer neutral, du selbst nimmst eine Interpretation und Bewertung vor (B für beliefs) – dies ist der entscheidende Punkt! Erst daraufhin, als Konsequenz deiner Beurteilung entsteht das Gefühl.
  • Du verhältst dich entsprechend deiner Bewertung des Reizes (C für consequences)

Der Dreh- und Angelpunkt ist also deine Bewertung und die Fähigkeit, diese möglichst bewusst vorzunehmen und nicht reflexartig dem erstbesten Gedanken zu folgen.

Versuche also im Alltag einmal, diejenigen Situationen, in denen deine negativen Glaubenssätze überwogen haben, in einer ruhigen Minute nach dem ABC-Modell zu analysieren und stelle dir folgende Fragen:

  • Was war der Auslöser für meine Reaktion? Was ist objektiv und emotionslos gesehen überhaupt geschehen? Kann ich das Ereignis neutral betrachten?
  • Welche Bewertung habe ich (unbewusst) vorgenommen? Welche Vorurteile, Reizbarkeiten oder ähnliches sind in meine Beurteilung mit eingeflossen?
  • Würde ich wohlüberlegt ebenso reagieren oder war es eine Kurzschlussreaktion meines Gehirns? Welche Alternative sehe ich mit Abstand zu meinem Verhalten?

Ellis hat für dieses Hinterfragen die Buchstaben D (für dispute) und E (für effect, welche positiven Erfahrungen mache ich bei veränderten Grundbedingungen) zu seinem ursprünglichen Modell hinzugefügt. Das ABCDE-Modell ist auch bekannt als kognitives Umstrukturieren, also den Umbau deiner Gedanken – und darauf läuft es hinaus! Schritt 4 widmet sich dem Handwerkszeug für deine Renovierungsarbeiten:

4. Tools kennenlernen, um seine Glaubenssätze zu verändern

Nachdem du nun ein klares Bild deiner individuellen IST-Situation hast, geht es weiter in Richtung Wunschzustand! Sobald du deine eigenen gedanklichen Fallen kennst, kannst du dazu übergehen, aktiv an mehr Zufriedenheit zu arbeiten und klar zu formulieren, wie deine Haltung in Zukunft sein soll.

Es gibt unendlich viele verschiedene Methoden, an deinem Mindset etwas zu verändern. Die Auswahl wird davon abhängen, welche individuellen Baustellen du identifizierst, die du gerne angehen möchtest. Vielleicht findest du dich beispielsweise in einem der folgenden Themenfelder wieder: Kommunikation in der Familie, Mental load, Stress im Alltag usw.

Es sind also deine persönlichen Unzufriedenheiten, die die Auswahl der Tools bestimmen. Es eröffnet sich dir ein weites Feld von Achtsamkeit über Erkenntnisse der Neurobiologie, Zeitmanagement, Meditation, und und und, bei dem man schnell den Überblick verliert. Da dir wie vermutlich den allermeisten Mamas Zeit, Muße und Energie fehlen werden, sich detailliert einzuarbeiten, eilen dir die Personalistas an dieser Stelle sehr gerne zur Hilfe! Als Sammelpunkt und Anlaufstelle für persönliche Weiterentwicklung teile ich mit dir auf meinem Blog sowie im Newsletter regelmäßig spannende Insights und neue Übungen für die positive Ausrichtung deines Mindsets und mehr Zufriedenheit im Alltag.  

Zum Start empfehle ich dir, das Journaling auszuprobieren – die nächste Runde startet bald, trage dich gerne hier unverbindlich auf die Warteliste ein.

5. Üben, üben, üben! Glaubenssätze verändern sich nicht über Nacht

Und auch zum guten Schluss kann ich dir keinen overnight fame versprechen. Auch in Sachen Mindset macht Übung erst den Meister. Unser Gehirn braucht mindestens 21 Tage um neue Gewohnheiten zu etablieren. Dazu zählt natürlich auch die Veränderung deiner Glaubenssätze. Hab Geduld mit dir und geh im Zweifelsfall immer wieder zurück zu Step 3: negative Automatismen entlarven und hinterfragen, ob deine Reaktion in einer bestimmten Situation die bestmögliche oder die auch nur die gewünschte war.

Nimm bitte einen Gedanken noch mit auf dem Weg zu deinem neuen happy Mindset: Das Schicksal passiert dir nicht. Die entscheidende Frage ist, wie du mit dem umgehst, was auf dich zukommt. Der Moment in dem du inne hältst, bevor du bewertest und reagierst – DAS ist der Gamechanger!

2 Comments

  • Jacqueline

    Oh wow! So ein wundervoller, weiser Beitrag! Das was du da schreibst trifft genau auf meine Ansicht, die sich in den letzten Monaten nochmal sehr zum Positiven geändert hat.
    Sehr schön beschrieben und wirklich hilfreich dieser Artikel. Danke dafür!

    • Janina

      Liebe Jacqueline, ich freue mich unheimlich, wenn dich meine Gedanken auf diese Weise „abholen“. Danke dir von Herzen für dein Feedback!

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