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Wenn du weißt, was du fühlst, weißt du, ob du wirklich glücklich bist

Heute verrate ich dir, wie viel gute Gefühle du täglich brauchst, um langfristig ein erfülltes Leben zu führen und wie du das überhaupt feststellen kannst.

Seit gestern Abend bin ich wieder einmal so richtig on fire. Ich fühle mich motiviert, beschwingt, positiv aufgekratzt und zu allen Schandtaten bereit. Die kurze Nacht macht mir nichts aus, das Chaos im Haushalt stört mich nicht und mit den Kindern habe ich eine Engelsgeduld. Ob ich auf Drogen bin? Nein! (Höchstens, wenn du die Schwangerschaftshormone als solche bezeichnen willst 😉).

Ich habe einfach mal wieder etwas für mich ganz allein getan: ich war beim Meetup der Creative Business Party in Stuttgart und habe Granatenfrauen kennengelernt! Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten, Business Tipps ausgetauscht und einfach viel gelacht. Es war herrlich, positive Gefühle so weit das Auge reicht.

Und jetzt? Wie lange bin ich noch „auf Drogen“? Wann verfalle ich wieder in meinen Normalzustand von „hey, alles gut soweit“? Wie lange wird es wohl dauern bis mich die herumliegenden Socken und der klebrige Küchentisch nerven?

Fakt ist: Das Wechselspiel von positiven und negativen Emotionen in unserem Alltag ist nicht nur völlig normal, sondern auch notwendig. Wenn es aber darum geht, dass die Bilanz am Ende des Tages ein fettes Plus aufweist, müssen wir darauf achten, in welchem mathematischen Verhältnis diese Gefühle zueinanderstehen – packen wir den Taschenrechner aus…Spaß beiseite, so kompliziert ist es nicht. Mit meinem kleinen Tool hast du es ganz einfach, dir über deine Gefühlswelt einen Überblick zu verschaffen und sie aktiv mitzugestalten. Aber fangen wir von vorne an:

Warum Gefühle so wichtig für uns sind

Gefühle entstehen als Reaktion auf einen Reiz in unserem Gehirn. Wir erleben eine bestimmte Situation und unsere Bewertung dessen löst ein bestimmtes Gefühl in uns aus. Nach Paul Ekman gibt es 6 universelle Basisgefühle: Wut, Angst, Scham, Freude, Traurigkeit und Überraschung. Diese 6 Emotionen sind weltweit über alle Kulturen hinweg gleichermaßen vertreten, sie sind sozusagen im menschlichen Erbgut enthalten.

Auch in der positiven Psychologie sind Gefühle und deren bewusste Steuerung ein ganz zentraler Baustein für unser Wohlbefinden. So misst z.B. das PERMA-Modell von Martin Seligman positive Emotionen als eine der 5 Grundsäulen für menschliches Aufblühen. Das sogenannte Flourishing als zentrales Konzept umfasst subjektives Wohlbefinden, psychische Leistungsfähigkeit und persönliches Wachstum. Positive Gefühle sind dabei die Basis für unser Glücksempfinden, weil sie:

  • unseren Horizont erweitern, uns mentalen Bewegungsspielraum und mehr Flexibilität geben. Wir werden kreativer und steigern damit unsere Problemlösefähigkeit.
  • Ressourcen freimachen: sie steigern unsere Selbstwirksamkeit, unsere Achtsamkeit und auch die Qualität unserer Beziehungen. Im Gegensatz zu negativen Emotionen wirken sie zukunftsgerichtet und fördern so eine optimistische Sichtweise.
  • unsere emotionale Widerstandskraft in schwierigen Zeiten stärken: positive Gefühle stärken und wappnen uns für aufkommende Probleme, wir sind besser in der Lage, negative Erlebnisse zu verkraften.
  • maßgeblich zu unserer Gesundheit und unseren Genesungschancen beitragen: positive Emotionen stärken nachweislich unser Immunsystem und beschleunigen die Genesung!

Und was, wenn ich mal wütend, traurig oder enttäuscht bin?

Also alles Friede, Freude, Eierkuchen und ein neverending smiley face? Nope. Kommen wir nochmal kurz zu Herrn Ekman zurück und schauen uns die besagten Universalgefühle noch einmal genauer an: Wut, Angst, Scham, Freude, Traurigkeit und Überraschung. Fällt dir etwas auf? Richtig – die negativen Gefühle sind in der Überzahl. Nur Freude und eventuell die Überraschung können wir auf der positiven Seite verbuchen (Überraschung im Sinne von „Yay, eine Geburtstagsparty für mich!“ oder „echt jetzt, schon wieder eine volle Windel?!“).

Zu diesem Heimvorteil der negativen Emotionen kommt auch noch unsere angeborene Negativity Bias, unsere Tendenz dem Negativen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Wir sind schlichtweg evolutionsbedingt darauf ausgerichtet, den schlechten, gefährlichen, schädlichen Dingen viel mehr Bedeutung beizumessen. Das war für den Steinzeitmenschen angesichts von angriffslustigen Bären, giftigen Pflanzen usw. eine durchaus überlebenswichtige Eigenschaft! Und auch heute noch haben negative Gefühle ihre Berechtigung: wir können Glück, Heiterkeit und Freude nur empfinden, wenn wir sie in Relation erleben. Würden wir ewig auf der Glückswelle schwimmen, käme es uns wie stinknormaler Alltag vor. Negative Gefühle schützen uns, während positive Gefühle uns voranbringen. Es geht also nicht darum, negative Gefühle zu unterdrücken, sondern die richtige Balance in deiner Gefühlswelt herzustellen. Und das kann im ersten Moment eben tricky sein, da wir uns in unserem Verhalten und unserer Denkweise viel leichter in negativer als in positiver Richtung beeinflussen lassen. Unser Empfinden und unsere Wahrnehmung sind zuungunsten positiver Gefühle verzerrt.

Was bedeutet das für dein Glücksgefühl?

Selbst für mathematische Nieten wie mich ganz einfach: du musst mehr positive Emotionen in die Waagschale werfen, um diese negative Vorbelastung auszugleichen!

Barbara Fredrickson, die Grand Dame der guten Gefühle, hat dafür sogar eine Formel gefunden. Sie sagt, das optimale Verhältnis für menschliches Wohlbefinden liegt bei 3-mal mehr positiven als negativen Emotionen. Die 3:1 Glücksformel besagt, dass sich bei diesem Verhältnis automatisch eine Aufwärtsspirale im Sinne von Flourishing einstellt. Menschen, die aufblühen, genießen alltägliche Aktivitäten mehr, sind emotional reaktionsbereiter und empfänglicher für das Gute im Leben. Sie schenken positiven Ereignissen mehr Aufmerksamkeit und beeinflussen damit wiederum selbst ihre Gefühlslage.

Die sogenannte Positivity Ratio ist in der Wissenschaft aus mathematischer Sicht zwar umstritten, liefert aber für den Alltag und dein individuelles Gefühls-Tracking sehr hilfreiche Erkenntnisse.  

Dein persönliches Gefühls-Tracking

Ein Fragebogen hilft dir dabei, deine ganz persönliche Positivity Ratio herauszufinden. Mit 20 Fragen zu den vergangenen 24 Stunden kannst du berechnen, inwiefern bei dir die positiven Gefühle tatsächlich überwiegen. Dieses Tool ist eine tolle Möglichkeit, sich selbst im Sinne des Flourishing zu coachen: Wenn du diesen Test über einen längeren Zeitraum täglich wiederholst, wirst du Schwankungen im mathematischen Ergebnis feststellen. Das alleine ist jetzt vermutlich nur für die Statistik-Nerds unter uns interessant. Wenn du aber parallel dazu notierst, welche Ereignisse deine Antworten zu den jeweiligen 24 Stunden beeinflusst haben, kannst du daraus eine Menge ablesen. Welche Schwankungen hast du durch eigenes Verhalten „erzeugt“, welche äußeren Faktoren haben deine Gefühle beeinflusst? Was sorgt für positive Ausschläge in deiner Kurve und was zieht dich herunter?

Längerfristig kannst du so gezielt und bewusst deinen Quotienten steigern, sollte dein Ergebnis für deinen Geschmack noch zu niedrig ausfallen. Auf diese Weise entwickelst du ganz einfach deinen individuellen Leitfaden zum Aufblühen.

Klingt irgendwie aufwändig? Nicht doch. Ich hab da was für dich. Trage dich schnell in meinen Newsletter ein und ich schicke dir als Dankeschön deinen Gefühls-Tracker, ganz easy-peasy zum Ausfüllen.

Viel Spaß damit!

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